• Frau Vormstein

Studienfahrt nach Lissabon

Tessa Werner, Pia Ulbricht, Friederike Simang (J2) berichten:


Montagmorgen, 19. September, 7:30 Uhr: Noch etwas verschlafen, aber voller Vorfreude finden wir, die Schüler der J2, uns zusammen mit Frau Rabey und Herrn Klagges am Karlsruher Hauptbahnhof ein. Dass man sich in einigen Stunden im warmen Lissabon wiederfinden soll, können wir uns bei den kühlen 10°C in Karlsruhe nur erträumen. Doch ehe man sich´s versieht, hat uns der Bus zum Frankfurter Flughafen gefahren und wir sitzen im Flugzeug nach Lissabon. Total begeistert von den Monitoren am Flugzeugsitz, auf denen man den Flugweg, Flughöhe, Geschwindigkeit etc. beobachten kann, vergehen die drei Stunden sprichwörtlich wie im Flug und wir finden uns im 20°C warmen Lissabon wieder. Noch „schnell“ Gepäck und ein Metroticket holen und ab geht’s ins Hostel, das zum Glück zentral liegt. Die Zimmer werden bezogen, bevor es zum ersten Mal in die Stadt geht, in den Stadtteil Rossio, wo ein Abendessen in einem kleinen traditionellen Restaurant auf uns wartet. Abgerundet wird der erste Tag durch eine kleine Stadtbesichtigung, wobei wir hier schon das erste Mal entfernte Meeresluft an der Uferpromenade des Tejo schnuppern dürfen.

Am Dienstag ging es in alter Frische zum „Denkmal der Entdeckungen“, wo uns Frau Rabey etwas über die Geschichte erzählte und fleißig Fotos geschossen wurden. Die wunderschönen Blicke vom nahe gelegenen Torre de Belem auf den Fluss konnte sich niemand entgehen lassen, bevor es dann zum Monasteiro dos Jeronimos und der dazugehörigen Kathedrale ging. Die Schlange dort war dann doch ziemlich lang und wir mussten uns, trotz Lisboa Card und viel - leider vergeblicher - Überredungskunst, hintenanstellen. Die Abtei und Kathedrale mit ihrer Architektur gestalteten sich dafür umso schöner und nach langem Suchen entdeckten wir doch den Sarkophag Vasco da Gamas, der in der Kathedrale zu finden ist. Am Nachmittag ging es dann mit der berühmten Tram 28 nach Baixa Chiado, wo sich vom Dach des Palacio Nacional da Ajuda ein wunderschöner Blick über Lissabon und eine super Fotokulisse bot.

Am Mittwoch fuhren wir mit dem Zug nach Sintra. Dort wollten wir den Palacio Nacional da Pena besichtigen, doch dazu mussten wir zunächst einmal circa eine dreiviertel Stunde steil den Berg hinauf. Nach dem Besteigen einiger Höhenmeter in der Sonne war der Sport für diesen Tag erledigt, der Palast bot dafür ein umso schöneres Ambiente. Die Idee, mit Tuk-Tuks wieder nach Sintra-Stadt zu fahren, kam den meisten gelegen, die Tuk-Tuk-Fahrer waren von unserem Zahlungsangebot allerdings nicht so begeistert und trotz vereinten Überredungskünsten ging es dann doch zu Fuß wieder hinunter nach Sintra-Stadt. Dort angekommen, wurden wir ganz überraschend Teil einer Fernsehkochshow, durften Essen probieren und die letzten entscheidenden Stimmen für eins der Teams abgeben. In Kleingruppen schlenderten wir dann durch die süßen, idyllischen Gassen Sintras und konnten in zahlreichen kleinen Läden und Ständen stöbern. Im Anschluss machten wir uns wieder auf den Weg nach Lissabon auf eine Aussichtsterrasse, die uns erneut eine wunderschöne Aussicht auf den Sonnenuntergang über Lissabon und dem Tejo bot. „Wer hat Lust, heute Abend in einer Fadobar zu kommen?“, laute die Frage an uns Schüler, wobei Herr Klagges noch ein, „Ihr müsst natürlich nicht alle mitkommen“, hinzufügte. Mit seiner Wette, dass nicht alle sich für Fado-Musik interessieren und mitkommen wollten, lag Herr Klagges dann aber doch falsch und so machten wir uns alle - 26 an der Zahl - auf die Suche nach einer Bar, in die wir alle passen würden. Gar nicht so einfach, doch nach kurzer Zeit fand sich dann doch eine Lokalität, in der wir - unterstützt durch einen Cocktail, der zum Bedauern unseres Lehrers mit wenig Alkohol und dafür viel Eis gefüllt war - dem traditionellen Gesang lauschen durften.

Mit ein paar Stunden zu wenig Schlaf, dafür aber umso besser gelaunt, ging es für uns am Donnerstag ins Oceanario, welches das größte Indoor Aquarium Europas besitzt. Der Nachmittag wurde dann am Strand in Cascais verbracht, wo wir mit leckerem Kuchen und einem kleinen Geschenk Lukes Geburtstag feierten. Ein Highlight des Tages war dann aber der Sonnenuntergang an einer imposanten Felsformation, der Boca do Inferno. Auch hier musste Foto um Foto geschossen werden. Der letzte volle Tag unserer Studienfahrt startete mit einer Fahrt mit der Fähre auf die andere Seite des Flussufers, wo wir die Christo Rei Statue besichtigten, einen schönen Ausblick auf die Ponte 25 de Abril (man munkelt, sie sehe der Golden Gate Bridge sehr ähnlich 😉) und einen kühlen Wind um die Ohren genossen. Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung, sodass jeder den letzten Nachmittag nochmal in vollen Zügen genießen konnte. Am Abend wollten wir noch ein letztes Mal den Sonnenuntergang genießen. Die Hälfte der Gruppe konnte die Tram den Berg, die am häufigsten fotografierte Straße Lissabons, hinauf nutzten. Da die Straßenbahnen sehr klein sind, mussten alle anderen der Tram hinterherlaufen, was aber aufgrund ihrer atemberaubenden Ausdauer zeitlich keinen Unterschied machte. Der Sonnenuntergang auf der Terrasse, untermalt von Straßenmusik, war noch einmal sehr eindrücklich und ein prägender Abschluss. Im Hostel ließen wir den Abend gemeinsam in der Bar ausklingen und wurden zur Freude aller vom Hostelmanager auf ein portugiesisches Getränk eingeladen.

Der Abreisetag begann mit dem obligatorischen Supermarktbesuch um die Ecke, um sich, wie jeden Tag, mit Wasser und Essen für den Tag auszustatten. Den Vormittag überbrückten wir in einem Park bevor wir uns am Mittag auf zum Flughafen machten, um den Rückflug anzutreten. Zur Enttäuschung mancher musste festgestellt werden, dass das Flugzeug diesmal leider keine Monitore an den Sitzen hatte. Dafür wurden wir zur Freude aller in Frankfurt von einigen Eltern empfangen, die uns, schneller als jeder Bus oder Zug, wieder nach Hause brachten. Diese letzte Klassenfahrt war gefüllt von vielen schönen, beeindruckenden Momenten, gemischt mit einer Menge Spaß und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.



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