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Schüler treffen Politiker: Das EG wird zur „Wahlarena“

  • Frau Bertram
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Nahezu 300 Schülerinnen und Schüler konnten am vergangenen Donnerstag Politik hautnah erleben: Wie zu jeder Bundes- und Landtagswahl seit 2005 lud die SMV des Eichendorff-Gymnasiums auch im gegenwärtigen Wahlkampf die fünf Landtagskandidaten des Wahlkreises, deren Parteien im Landtag vertreten sind, zu einer Podiumsdiskussion mit anschließender offener Fragerunde in ihre Schule ein. Der Vertreter der AfD sagte seine Teilnahme kurzfristig ab.


Die Veranstaltung startete mit schülernahen Themen und führte anschließend  zu komplexeren sozialen, wirtschaftlichen und umwelttechnischen Herausforderungen. Zunächst aber wollten die moderierenden Schüler, Lejla Avdic und Manolis Wild (Klasse 11), wissen, warum die Kandidierenden sich in ihren Parteien engagieren. Für Alena Fink-Trauschel ist die FDP die „Partei der digitalen Bildung“, Anneke Graner engagiert sich in der SPD, weil sie „für soziale und Bildungsgerechtigkeit“ stehe. Lorenzo Saladino meinte, „Verantwortung beginnt vor Ort“, und das könne die CDU am besten. Kai Keune ist bei den Grünen aktiv, weil die Partei „Wirtschaft und Klimaschutz“ verbinde.


Bei der Frage, wie Jugendliche gefördert werden können, übernahmen alle eher die Perspektive der Eltern als die der Jugendlichen und sprachen ausschließlich über das Thema Schule. Fink-Trauschel möchte die verschiedenen Schulformen stärken und „nicht eine Schule für alle“. Graner war es wichtig, dass Bildung vor der Schule beginne; sie plädierte für eine gebührenfreie Kita. Saladino setzte sich für eine verbindliche Grundschulempfehlung ein, Keune für eine „Ertüchtigung der Berufsschulen“.


In der offenen Fragerunde kam es zu zwei spannenden Diskussionen, die auch Unterschiede deutlich machten. Einmal ging es um Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Saladino möchte sie „installieren und ausbauen“, denn: „In Ettlingen gibt es Angsträume“. Fink-Trauschel wandte sich dagegen („Videoüberwachung verhindert keine Kriminalität“) und machte vor allem den Datenschutz stark. Damit formulierte sie den Konsens mit Anneke Graner und Kai Keune. Dann wurde das Für und Wider von öffentlichen Demonstrationen gegen extreme Parteien diskutiert. Saladino warnte: „Demonstrationen gegen die AfD stärken nur die Aufmerksamkeit für diese Partei.“ Anneke Graner unterstützte öffentliches Engagement gegen Rechts, denn das sei „das Einstehen für demokratische Grundrechte“.


Die Schülermoderatoren waren mit dem Verlauf sehr zufrieden: „Die Diskussionen waren lebhaft, alle haben den Mut zu klarer Kante gezeigt“, meinte Manolis: „Gleichzeitig waren die Parteienvertreter aber auch fair und sachlich. Gerade dieses konstruktive Miteinander hat uns besonders gefallen.“ In einer anschließenden kleinen Umfrage gaben die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke wieder: Saladino wurde als „emotional, temperamentvoll und lokal“ wahrgenommen, Anneke Graner als „zurückhaltend, selbstsicher, ambitioniert“. Kai Keune wirkte auf die Schülerschaft „ruhig, souverän, kompetent“, Alena Fink-Trauschel habe „überzeugend, modern und mutig“ argumentiert. In ihren Schlussplädoyers waren sich die vier Parteienvertreter in einem Punkt einig: „Das neue Wahlrecht soll genutzt werden, am besten, um demokratische Parteien zu wählen.“

(von David Bess und Sebastian Ernst)


 
 
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