• Herr Polty

„Es ist so schwül, so dumpfig hie …“ - Lutz Hübner: Gretchen 89ff.


Einige der letztjährigen Abiturient(inn)en aus der Theater-AG werden am kommenden Wochenende auf der Bühne des EG noch einmal eine Vorstellung unter der Leitung von Michael Polty geben. Dabei wird der Theaterkabarett-Klassiker „Gretchen 89f.“ von Lutz Hübner dargeboten. Verstärkt werden die Abiturient(inn)en mit ehemaligen und aktuellen Darstellerinnen der Oberstufentheater-AG und des Literatur & Theater-Kurses.

Zum Inhalt des Stückes: Auf S.89ff. in der frühen Reclam-Ausgabe von Goethes „Faust“ findet sich die berühmte Szene, in der Gretchen das von Mephisto und Faust in ihrem Zimmer versteckte Schmuckkästchen findet. Gretchen wird durch diesen Fund in einen erotisierten Zustand versetzt, der sie selbst völlig überrascht. Wer kennt nicht die berühmt gewordenen Verse „Es ist so schwül, so dumpfig hie …“, sobald Gretchen ihr Zimmer betritt.

Diese berühmte Kästchenszene aus Goethes „Faust“ wird in mehreren Varianten auf der Probebühne eines fiktiven Stadttheaters vorgeführt. Es ist ein ganz normaler Vormittag. Der Berufsalltag der Profis am Theater beginnt. Die Ausgangsbasis ist denkbar einfach: Ein Regisseur trifft auf seine Gretchendarstellerin und hat sich die Kästchenszene zur Aufgabe gemacht.

Lutz Hübner, selbst ein erfahrener Theatermann, spielt diese alltägliche Grundsituation in mehreren Varianten durch: Unterschiedliche Regisseur-Typen (Der alte Haudegen, der Schmerzensmann, der Freudianer etc.) treffen auf unterschiedliche Gretchendarstellerinnen (die Anfängerin, die Schauspielerin an sich, die Diva etc.). Dass je nach Konstellation die Szene unterschiedlich interpretiert wird, versteht sich von selbst. Dass bisweilen jedoch aus der Interpretation fast schon ein anderes Stück wird, mag, wenn man die Regisseure bei der Arbeit erlebt, nicht überraschen und vor allem amüsieren.

Auch ohne Kenntnis des „Faust“ ist diese Inszenierung sehr vergnüglich, da weniger das Werk Goethes im Mittelpunkt steht als vielmehr Prototypen der Theaterwelt. Lutz Hübner wirft einen sehr kenntnisreichen und dabei nicht minder humorvoll-satirischen Blick auf den Theaterbetrieb, der allen einen beschwingten, erhellenden und ausgelassenen (Theater)Abend garantiert.

Aufführungstermine: 24./25./26.10.2019

jeweils um 20.00 Uhrin der Aula des EG, Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Der Coffeeshop des EG sorgt für eine kulinarische Bewirtung.

Plakatgestaltung: Nils Sigloch

#Ehemalige

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