Audictionary – Das ABC des Vorsprechens

April 30, 2019

 

Lampenfieber verbreitete sich von der Bühne in der Aula aus, als am 10. und 11. April die Schülerinnen und Schüler des Literatur- und Theaterkurses (Leitung: Ute Janke und Michael Polty) das Ergebnis ihrer Arbeit vorstellten. Natürlich handelte es sich „nur“ um das gespielte Lampenfieber, das in „Audictionary“ die Kandidaten im Auswahlverfahren zur Aufnahme an einer Schauspielschule verströmten. Aber genau dies zeigte schon zu Beginn deutlich, welcher Herausforderung sich die Darsteller im von Michael Polty raffiniert konzipierten Theaterstück zu stellen hatten: Jeweils 10 Kandidaten sprachenmit ihren Monologen bei einerJury vor, um dem Traum ihrerSchauspielkarriere näher zu kommen. Während des Vorsprechenswurde die jeweilige Motivationder Schauspielaspiranten deutlich: Veronika Storz (Fiona Veith) verlangtees trotz (oder gerade wegen?) ihrer berühmten Mutter nach Anerkennung als Schauspielerin, Lisa Müller (Finja Obert) drängte es als unerfahrenes Landei in die große, weite Welt. Ihr Monolog über die Liebewar so überzeugend, dass JurymitgliedTheo Försching (Moritz Kosina) ihrim wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen lag.Natürlich kamen auch die humoristischen Einlagen nicht zu kurz, als beispielsweiseJennifer Marice (Emilie Ott)in „Romeo undJulia“ dieBalkonszene mit Tourettesyndrom und Lispeln spielteoder April Bloomberg (Aimee Bouman) die Aufnahmeprüfung auf Englisch absolvierte und am Ende tatsächlich angenommen wurde. Eine besondereSchwierigkeitstellten die Improvisationen dar: Frederik Schmieder, der in der Rolle des Paketboten auf die Bühne trat und dann den Franz Moor aus „DieRäuber“ rezitierte,forderte dieJury zu spontanen Reaktionen heraus. Die drei sehr erfahrenen Schauspieler (Moritz Kosina, Jan-Phillip Krause und Kim Umbach) meisterten die Situation bravourös und blieben ihren Rollensehr überzeugend treu.

Die von den Darstellern selbst ausgewählten Vorsprechtexte deckten die ganze Bandbreite von Gefühlen ab und boten eine Reise von klassischer bis zeitgenössischer Literatur. Gerade das fehlerhafte Vorsprechen, die Unterbrechungen der Jury und die merkliche Verbesserung im Laufe der Monologe zeigten das Können der Darsteller. 

Wie immer leistete die Technik sehr souverän ihren wertvollen Beitrag zu diesem gelungenen Abend, den Ute Janke und Michael Polty mit ihrem Literatur- und Theaterkurs dem Publikum bereiteten. 

 

Ein Theaterstück von Herrn Polty.

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