Offene Zweierbeziehung (Dario Fo / Franca Rame) - Inhalt

January 17, 2019

Er geht fremd. Sie, Antonia, leidet und droht mit Selbstmord. Das ist die Ausgangssituation für eine turbulente Beziehungskomödie italienischen Formats. Ein Ehepaar inszeniert seinen ganz besonderen Rosenkrieg auf der Bühne. Halb erzählend, halb gespielt, werden wir als Publikum Zeuge der verschiedenen Stationen einer „modernen“ Beziehung, in der der Mann – die Autoren verweigern dieser Rolle sogar einen eigenen Namen! – der Frau das Prinzip der offenen Zweierbeziehung erklärt: „Das mit der ehelichen Treue ist ein alter Zopf. Einmenschenunwürdiges Postulat! Die Idee von der geschlossenen Zweierbeziehung in der Familie dient doch in Wahrheit bloß dazu, ihre enormen ökonomischen Vorteile zu verteidigen! ... für mich (ist es) unproblematisch, wenn ich mit einer anderen Frau eineBeziehung habe, und gleichzeitig ein freundschaftliches Verhältnis mit dir ... und für dichLiebe fühle, Zärtlichkeit ... und vor allem Achtung!“


Aber vielleicht wünscht sich die Ehefrau dann doch etwas mehr als Achtung und Zärtlichkeit, folglich analysiert die Frau treffend: „Soll die Zweierbeziehung funktionieren, darf sie nur nach einer Seite hin offen sein, nach der Seite des Mannes. Denn falls die Beziehung nach beiden Seiten geöffnet wird, entsteht - Durchzug."
Und davon gibt es reichlich in dieser rasanten Komödie, bei der die beiden Akteure einen wahren Parforceritt an Rosenkriegen, gewürzt mit klassischen männlichen Legitimationsstrategien, weiblichen Selbstbemitleidungsarien und emanzipatorischen Manövern betreiben und dabei stets das Publikum auf „ihre“ Seite zu bringen versuchen.
Dario Fos und Franca Rames 35 Jahre alter Klassiker „Offene Zweierbeziehung“ hat an Aktualität und bissigem Witz nichts verloren. Die Inszenierung bietet ein wahres Feuerwerk an emotionalen Wendungen und dramaturgischen Einfällen, um diese offene Beziehung in allen Fällen durchzudeklinieren, sodass kein Auge trocken bleibt und sich sowohl Männer wie auch Frauen durchschaut fühlen dürfen.

 

Jule Klessing und Moritz Kosina spielen unter der Regie von Michael Polty die Hauptrollen. Weitere Highlights steuern Kim Umbach, Emma Schorb, Lilly Klessing und Matteo Kosina bei. Für die Technik zeichnen Fabio Gimmel, Matthias Kuntzer und Simon Leyrer verantwortlich.

 

Termine:

Freitag, 25.01.2019, 19.30 Uhr / Samstag, 26.01.2019, 19.30 Uhr,

Dauer: ca. 90 Minuten (Eintritt frei, Spenden erwünscht)

In der Aula des Eichendorff-Gymnasiums Ettlingen

 

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