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Vom Realgymnasium zum Eichendorff-Gymnasium : Auszug aus der Festschrift (Dez. 2007) |
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Eingereichter Entwurf der
Architekten Rösiger und Seemann. Aus den Pultdächern wurden Flachdächer und der
Musiksaal öffnet sich zum Schulhof hin. Der Weg zur Turnhalle wurde überdacht.
(Stadtarchiv Ettlingen) |
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Jara Obermann Vom Realgymnasium zum Eichendorff-Gymnasium Die Anfänge des Gymnasiums in Ettlingen reichen bis in das Jahr 1927 zurück. In der Pforzheimer Straße 20 befand sich das von Carl Pfeuffer geführte „Realprogymnasium mit Realschule“, das in jenem Jahr durch Angliederung einer Unter- und Oberprima die Struktur eines „Realgymnasiums“ bekam. In diesem „Realgymnasium“ legten am 28.03.1928 das erste Mal in der Geschichte der Ettlinger Schule sieben Oberprimaner/innen die Reifeprüfung, das Abitur, ab. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Ettlinger „Realgymnasium“ 1933 in „Hindenburg-Realgymnasium“ umbenannt. Ab 1936 befand sich die Schule in der Pforzheimer Straße im Altbau (heutiges Finanzamt) und im Neubau (heutige Volkhochschule). |
Von Kriegsbeginn an bis zum Juni 1940 diente das Schulgebäude gleichzeitig als Lazarett. Im Zuge der Besetzung der Stadt Ettlingen wurde das Gebäude des Gymnasiums durch die Militärregierungen beschlagnahmt. Die Erteilung des Unterrichts war zunächst untersagt. Erst in der Nachkriegszeit konnte der reguläre Unterricht nach und nach wieder aufgenommen werden und die Schule erhielt ihre frühere Bezeichnung „Realgymnasium Ettlingen“. Jedoch beherrschten Lehrermangel und Raumnot den Schulalltag. Nach dem Krieg (ab dem Herbst 1945) wurden rund 500 Schüler unterrichtet und bis 1954 waren es dann mehr als 700. Ein Teil des Gebäudes diente immer noch als Flüchtlingslager. Dadurch war der Unterricht in diesem Gebäude nur eingeschränkt und unter erschwerten Bedingungen möglich. |
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Die Größe des Neubaus wurde damals in Ettlingen viel diskutiert. Alles war den Leuten zu großzügig angelegt, die Ausmaße wurden mit denen einer Universität verglichen. (BNN 21.12.1956: „Das neue Ettlinger Gymnasium wird keine Universität“. Luftbild der Firma Brugger, Studio für Fotografie und Werbung, ca. 1958. Die neue große Turnhalle fehlt noch. (Stadtarchiv) |
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| Zu Beginn der 50er Jahre stand das gesamte Gebäude wieder für schulische Zwecke zur Verfügung und der Schulalltag konnte in geordneten Bahnen verlaufen. Auch die Schülerzahlen stiegen stetig an. Im Dezember 1952 offenbarte sich jedoch der schlechte bauliche Gesamtzustand des Gebäudes. Das staatliche Bezirksbauamt stellte fest, dass die erforderliche Tragfähigkeit der Böden des Schulgebäudes nicht mehr vorhanden war. Der Holzwurm hatte sich im Gebälk häuslich niedergelassen. Unter baulicher Aufsicht wurden Abstützarbeiten vollzogen, damit Unterricht weiterhin stattfinden konnte. Aber es war absehbar, das morsche Gebäude in der Pforzheimer Straße durch einen Neubau ersetzt werden musste. |
Nach der Besichtigung des Geländes an der Goethestraße entschloss sich
1954 der Gemeinderat dort einen Schulhausneubau zu erstellen. 1955 lagen bereits die ersten Baupläne vor. Aufgrund zahlreicher Ideenvorschläge wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den die Karlsruher Architektengemeinschaft Prof. Rösiger und Dipl. Ing. Seemann gewannen. Der erste Stein für den Schulhausneubau war nun ins Rollen gekommen. Es wurde mit den Bauarbeiten begonnen und am 15. Juni 1956 konnte das Richtfest des Neubaus an der Goethestraße gefeiert werden. |
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Das fertige Ensemble mit der Aula von der Rastatter Straße aus nach Westen
gesehen (Stadtarchiv Ettlingen) Die BNN informiert am 30.März 1957: „In drangvoll-fürchterlicher Enge und das, obwohl nur die Hälfte aller Schüler anwesend war, hielt das Gymnasium Ettlingen am Freitagvormittag in der Aula seine Schlußfeier ab. Unter den Gästen befand sich auch Bürgermeister Rimmelspacher. Mit Recht wies Direktor Suhr zu Beginn seiner Ansprache darauf hin, daß man deutlicher wohl kaum die Notwendigkeit des Schulneubaues demonstrieren könne.“ (Stadtarchiv) |
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1957 war der Schulhausbau vollendet und am 2. Dezember bezogen 750 Schülerinnen
und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die neuen
Unterrichtsräume. In der „modernsten Schule des Karlsruher Landkreises“ konnte
nun ein zweckmäßiger und moderner Unterricht stattfinden. Im Jahre 1959 war der
vorerst zurückgestellte Aulabau abgeschlossen und die große Aula wurde am 10.
November feierlich eingeweiht. Unter der Amtszeit von Direktor Robert Suhr stiegen die Schülerzahlen rasant an. |
Das für höchstens 1000 Schüler geplante Ettlinger Gymnasium umfasste bereits 1966 über 1200 Schülerinnen und Schüler. Wegen der zunehmenden Raumenge war es notwendig ein zweites Gymnasium in Ettlingen zu bauen. Das Gymnasium an der Goethestraße erhielt 1972 seinen heutigen Namen: „Eichendorff-Gymnasium“. Bis heute wurden vier weitere Unterrichtsräume in den „Stützenbau“ hineingesetzt, weiterhin kamen die neue Turnhalle und der Pavillon dazu. |
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